{"id":16002,"date":"2014-06-10T09:14:07","date_gmt":"2014-06-10T07:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/?p=16002"},"modified":"2018-05-14T09:12:18","modified_gmt":"2018-05-14T07:12:18","slug":"kasachstan-unter-spionageverdacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/de\/kasachstan-unter-spionageverdacht\/","title":{"rendered":"Kasachstan unter Spionageverdacht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-12506 size-full\" title=\"Neue Z\u00fcrcher Zeitung\" src=\"https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/nzz-logo.jpg\" alt=\"Neue Z\u00fcrcher Zeitung\" width=\"441\" height=\"63\" srcset=\"https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/nzz-logo.jpg 441w, https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/nzz-logo-300x43.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/p>\n<p>Bundesanwaltschaft f\u00fchrt ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Verbrechen gegen den Schweizer Staat.<\/p>\n<p>Der kasachische Herrscher und Regimegegner liefern sich eine erbitterte Fehde am Genfersee. Jetzt gibt es sogar Verdachtsmomente f\u00fcr kasachische Spionage in der Schweiz. Die Bundesanwaltschaft untersucht.<\/p>\n<p>Eine seit Jahren andauernde Fehde zwischen mehreren kasachischen Oligarchen-Clans besch\u00e4ftigt zunehmend die Schweizer Strafverfolger. Die Bundesanwaltschaft (BA) verf\u00fcgt offensichtlich \u00fcber Anhaltspunkte, dass ausl\u00e4ndische Akteure \u2013 mutmasslich in kasachischem Auftrag \u2013 in der Schweiz illegal t\u00e4tig geworden sind. Sie hat in dieser Sache ein Strafverfahren er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss offiziellen Dokumenten der BA geht es um mutmassliche \u00abVerbrechen und Vergehen gegen den Schweizer Staat und die Landesverteidigung\u00bb. Unter diesem Titel zusammengefasst sind im Schweizer Strafgesetzbuch Tatbest\u00e4nde wie Wirtschaftsspionage, milit\u00e4rischer Nachrichtendienst und Handlungen f\u00fcr einen fremden Staat. Die Bundesanwaltschaft gibt zu dem Fall keinerlei Informationen \u2013 \u00abmit Blick auf Amts- und Untersuchungsgeheimnis\u00bb, wie eine BA-Sprecherin mitteilt.<\/p>\n<p>Die vorliegenden Dokumente zeigen jedoch, dass sich das Verfahren im Dunstkreis der kasachischen Familie Chrapunow befindet, die seit 2008 am Genfersee im Exil lebt. Der heute 65-j\u00e4hrige Wiktor Chrapunow war einst kasachischer Minister und B\u00fcrgermeister der Millionenstadt Almaty. 2008 hatte sich das (heute geschiedene) Ehepaar Chrapunow jedoch mit Pr\u00e4sident Nursultan Nasarbajew \u00fcberworfen, der Kasachstan seit 24 Jahren mit eiserner Hand regiert. Ein Asylgesuch der Chrapunows ist in Bern h\u00e4ngig.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\"><strong>GPS-Sender und Viren<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der epische Kampf zwischen dem Chrapunow-Clan und dem Nasarbajew-Regime war schon vorher verworren genug (vgl. Zusatzartikel). Doch jetzt kommt auch noch der Spionageverdacht ins Spiel. Mehrere Personen aus dem Schweizer Umfeld der Chrapunows haben Strafanzeige eingereicht mit dem Vorwurf, sie seien in der Schweiz ausspioniert worden, ihre Computer seien gehackt und mit Spionage-Programmen infiziert worden. Diese Programme seien jeweils von gef\u00e4lschten E-Mail-Adressen und unter Tarnnamen verschickt worden, die offensichtlich speziell auf die Chrapunow-Entourage zugeschnitten gewesen seien. Schon 2010 wollen Chrapunows Sohn und Schwiegertochter in Genf einen GPS-Spionage-Sender in ihrem Auto entdeckt haben. Anfang 2013 reichten ein Genfer Anwalt der Familie sowie Wiktor Chrapunow selber je eine Strafanzeige ein mit dem Vorwurf, Unbekannte h\u00e4tten ihre Computer manipuliert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\"><strong>Bundesanwalt \u00fcbernimmt<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Gest\u00fctzt auf diese Strafanzeigen hat der Genfer Staatsanwalt Jean-Bernard Schmid ein Strafverfahren er\u00f6ffnet. Die Genfer Polizei f\u00fchrte Ermittlungen durch. Anfang 2014 musste Schmid den Fall jedoch an die Bundesanwaltschaft abtreten, wie er best\u00e4tigt. Carlo Bulletti, Leitender Staatsanwalt des Bundes f\u00fcr Staatsschutz, \u00fcbernahm den Fall. Da es sich um mutmassliche Verbrechen gegen den Staat handle, sei die Bundesanwaltschaft zust\u00e4ndig, schrieb Bulletti am 7. Januar 2014 nach Genf.<\/p>\n<p>Die angeblichen Hackerangriffe gehen derweil weiter. Wie erst jetzt bekannt wird, hat Marc Comina, der Kommunikationsberater der Chrapunows, im M\u00e4rz 2014 eine vierte Strafanzeige eingereicht, und zwar bei der Waadtl\u00e4nder Staatsanwaltschaft. Laut eigenen Angaben hat Comina einen E-Mail-Anhang mit dem Namen \u00abHowFarWillNazarbajewGo.zip\u00bb ge\u00f6ffnet. Abkl\u00e4rungen h\u00e4tten dann gezeigt, dass der Anhang ein Spionage-Programm auf seinem Computer installiert habe. Comina mutmasst, der kasachische Geheimdienst stehe hinter dem Angriff auf seinen Computer.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\"><strong>Ein Partner der Schweiz<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Auch dieser Fall liegt inzwischen in Bern. Der Waadtl\u00e4nder Staatsanwalt Jean Treccani kam nach einer ersten Analyse zum Schluss, es k\u00f6nnte sich um wirtschaftlichen oder politischen Nachrichtendienst handeln, und schaltete unverz\u00fcglich die Bundesanwaltschaft ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die offizielle Schweiz ist die kasachische Fehde auf Schweizer Territorium nicht unproblematisch. Kasachstan geh\u00f6rt zur Schweizer Stimmrechtsgruppe beim W\u00e4hrungsfonds. Zudem importiert die Schweiz substanzielle Mengen Roh\u00f6l aus Kasachstan.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.leila-khrapunova.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/nzz-kasachstan-unter-spionageverdacht.pdf\">Original-Publikation im PDF-Format<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesanwaltschaft f\u00fchrt ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Verbrechen gegen den Schweizer Staat. Der kasachische Herrscher und Regimegegner liefern sich eine erbitterte Fehde am Genfersee. Jetzt gibt es sogar Verdachtsmomente f\u00fcr kasachische Spionage in der Schweiz. Die Bundesanwaltschaft untersucht. Eine seit Jahren andauernde Fehde zwischen mehreren kasachischen Oligarchen-Clans besch\u00e4ftigt zunehmend die Schweizer Strafverfolger. 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